Suchtprävention in Klasse 8 Drucken
Montag, 01. April 2019 um 13:27

Verantwortung für den eigenen Körper übernehmen

Am Mittwoch, den 20.März setzten sich die achten Klassen mit dem Thema „Sucht“ am Beispiel illegaler und legaler Drogen auseinander.

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Die Polizistin Doris Forderer von der Polizeidienststelle Biberach erörterte mit den Klassen 8a und 8b den Begriff „Drogen“ und die möglichen Gründe für Drogenkonsum. Der Rauschzustand, in den man kommt, ist die häufigste Intention für den Konsum. Gemeinsam mit den Jugendlichen erarbeitete Frau Forderer den Unterschied von legalen und illegalen Drogen.

Im Bereich der so genannten legalen Drogen ging Frau Forderer vor allem auf alkoholische Getränke ein. Das Jugendschutzgesetz gibt vor, ab welchem Alter welche alkoholischen Getränke in der Öffentlichkeit konsumiert werden dürfen. Anhand der mitgebrachten Beispiele verdeutlichte sie ebenso den großen Einfluss der Medien auf das Konsumverhalten von Jugendlichen. Ganz gezielte Slogans, Bilder oder Mischungen kommen auf den Markt, um Jugendliche zum Trinken zu animieren.

Das Gefährliche am Alkoholkonsum bei Jugendlichen ist, dass der Abbau des Alkohols bei ihnen viel länger dauert als bei Erwachsenen und somit das Nervengift Alkohol mehr Nervenzellen irreparabel schädigen kann. Frau Forderer zeigte anhand von Fallbeispielen, dass auch Jugendliche aus dem Raum Biberach durch zu viel Alkohol erfroren sind oder eingenässt im Park liegend gefunden worden sind. Um diese schlimmen Vorfälle zu verhindern, braucht es einen bewussteren Umgang mit Alkohol. Ebenso sollte nie jemand, der stark alkoholisiert ist, alleingelassen werden. Einen Notruf tätigen kann jeder! Ebenso rät Frau Forderer, nie bei einem alkoholisierten Fahrer mitzufahren, das heißt es sollte im Vorfeld abgeklärt sein, wie man wieder nach Hause kommt.

Im Bereich der illegalen Drogen machte die Polizistin die Jugendlichen mit dem Betäubungsmittelgesetz vertraut. Echte Requisiten von Drogenkonsumenten und Schaukästen, in denen Drogen zu besichtigen waren, untermauerten die Fallbeispiele.

Der THC-Gehalt im Haschisch ist seit dem Jahr 2000 rasant gestiegen und die Mischungen werden immer „raffinierter“, sodass der Konsum zu einer leichten psychogenen Wirkung oder zur Bewusstlosigkeit führen kann. Ebenso können Psychosen ausgelöst werden, wodurch sich das zukünftige Leben der Betroffenen auf drastische Weise verändert.

Im weiteren Verlauf des Vormittags bot Manuel Scheitler, Schulsozialarbeiter der Jakob-Emele-Realschule, eine weitere Station an. Mit einer Selbsterfahrungsübung erfuhren die Schülerinnen und Schüler auf imaginäre Art und Weise, wie sich das soziale Umfeld einer Person verändert, wenn man süchtig wird.

Freunde, Arbeit, sowie Familie bröckeln so langsam weg, ohne dass der Betroffene Einfluss darauf nehmen kann, wenn er weiter in die Sucht rutscht.

Die Jugendlichen äußerten sich in der abschließenden Gesprächsrunde mit Herrn Scheitler betroffen und nachdenklich. Der Rauschbrillenparcours war ein weiterer Baustein, der den Jugendlichen die Möglichkeit gab, ein Gefühl für Trunkenheit zu bekommen. Durch das bewusste nüchterne Erleben konnte den Heranwachsenden deutlich gemacht werden, welchen Einfluss Alkoholkonsum auf unsere Sinne hat und man im Rauschzustand sein Verhalten nicht mehr kontrollieren kann.

Abschluss des Vormittags stellte die Gesprächsrunde mit Herrn Wolf, einem „trockenen“ Alkoholiker, dar. Dank dem direkten und offenen Einblick in seine Biographie ermöglichte er den Jugendlichen, eine Vorstellung davon zu bekommen, welch schwerer Kampf es ist, von einem Suchtmittel wieder wegzukommen.

Er ermutigte die Jugendlichen, „Nein“ zum Konsum zu sagen und vermittelte ihnen, dass es überhaupt nicht „cool“ ist, bereits in jungen Jahren viel Alkohol zu trinken. Co-Abhängigkeit sei die falsche Hilfe für jemanden, der süchtig ist. Herr Wolf ermutigte die Jugendlichen, sich lieber zum Beispiel bei der Caritas Hilfe zu holen, um dort Unterstützung zu erfahren, wenn sie selbst ein Problem mit Alkohol haben oder ein Angehöriger der Jugendlichen Suchtverhalten aufzeigt.

Die unterschiedlichen Reaktionen der Jugendlichen zeigten, wie wichtig Aufklärung und somit Prävention in der Schule ist, um sie dabei zu unterstützen, Verantwortung für ihr eigenes Handeln und ihren Körper zu übernehmen.

Bilder von der Suchtprävention

Kerstin Schulz 03/2019