„Herausforderung Gewalt“ an der Jakob-Emele Realschule Drucken
Freitag, 18. Mai 2018 um 17:02

Gewaltprävention 1 Gewaltprävention 7

Mitte April fand an der Jakob-Emele-Realschule der jährliche Präventionstag zum Programm des Landeskriminalamtes „Herausforderung Gewalt“ statt.

Doris Forderer und Petra Giesen vom Referat Prävention des Polizeipräsidiums Ulm besuchten die Klassen 7a und 7b. Zum Einstieg ins Thema wurde ein kleines Spiel mit Karten gemacht, bei dem Begriffe der jeweiligen Gewaltart zugeteilt werden musste. Außerdem wurden die Begriffe „Täter“ und „Opfer“ definiert, da diese heute oftmals missbräuchlich verwendet werden. Die Polizistinnen stellten bildlich dar, wie schnell man vom Opfer zum Täter werden kann und umgekehrt.

Anschließend folgte ein Vortrag, wie mit respektvollem Umgang verbale und körperliche Aggressionen vermieden werden können. Bei einem Gruppenspiel wurde veranschaulicht, wie Gewalt entsteht und sich entwickelt. Zwischendurch erzählte Doris Forderer immer wieder von Fällen zum Thema Gewalt aus ihrer Polizeiarbeit.

Im letzten Teil wurde in einem PowerPoint-Vortrag dargestellt, wie man sich in kritischen Situationen verhalten soll. Dabei ging es vor allem darum, wie man sich zu verhalten hat, wenn man selbst Gewalt erfährt, aber auch wie richtig gehandelt wird, wenn man Zeuge von Gewalttaten wird. Die wichtigsten Regeln zum Thema Gewalt wurden von den Polizistinnen auf Plakaten zusammengefasst, die die Schüler/innen sich auch in Zukuft immer wieder in Erinnerung rufen sollen.

Die beiden Polizistinnen gestalteten den Vormittag abwechslungsreich und konnten den Schülerinnen und Schülern einiges zum Thema „Gewalt“ vermitteln. Fazit ist, dass durch einen respektvollen Umgang miteinander bereits viel Gewalt vermieden werden kann.

Abgeschlossen wurde der Schüler - Präventionstag durch die Nachbereitung des Vormittags mit Schulsozialarbeiter Manuel Scheitler. Dieser wiederholte mit den Siebtklässlern nochmals wichtige Themen des Vormittags, zeigte auf, wie sich die Spirale der Gewalt entwickelt und welchen Einfluss das Umfeld auf Täter und Opfer haben kann. Dazu zeigte der Schulsozialarbeiter passende Kurzfilme und ließ die Schülerinnen und Schüler in praktischen Übungen selbst aktiv werden.

Am 8.Mai trugen die Referenten in einem gemeinsamen einstündigen Elternvortrag Ablauf und Eindrücke des durchgeführten Schülerprojekts vor.

Fast vollständig waren die Eltern der Klassen 7 zum Vortrag gekommen, um selbst von den Polizistinnen Impulse zum Thema Gewalt mit nach Hause zu nehmen.

Hierbei verdeutlichte Doris Forderer an aktuellen Beispielen den Unterschied zwischen der gefühlten Wahrnehmung und der realen Häufigkeit von Gewalttaten in unserem Landkreis.

Statistiken über Strafdelikte in Deutschland und im Landkreis Biberach verdeutlichten die Entwicklung der erfassten Straftaten in den letzten Jahren. Ebenso informierte Petra Giesen die Elternschaft darüber, dass Mädchen wie Jungen kaum mehr geschlechtsspezifische Gewaltarten aufweisen. Allerdings neigen Mädchen eher zu psychischer und Jungen zu körperlicher Gewalt.

Die Vorbildfunktion, klare Regeln und Werte sowie eine konstruktive Fehleranalyse im offenen Gespräch sind die gewünschten Verhaltensweisen von Eltern im Umgang mit Kindern und Jugendlichen, wenn es um das Thema Gewalt geht. Aufklärung und Konsequenzen sollten auch bei weniger schwerwiegenden Gewalttaten erfolgen, um die Kinder und Jugendlichen zu sensibilisieren und sie auf dem Weg zum Erwachsenwerden zu begleiten. Damit kann eine stabile Basis für ein „gewaltfreies“ Erwachsensein gelegt werden.

Vera Bader Kl.7a / K. Schulz 05/2018

Gewaltprävention 0 Gewaltprävention 3
Gewaltprävention 2 Gewaltprävention 4